Labin liegt im Osten
Istriens auf einem Hügel über der Küste und dem nahen
Rabac. Die Altstadt besetzt die Kuppe, das jüngere Podlabin mit anderen Wohn- und Arbeitsbereichen liegt tiefer. Der ummauerte Kern war Verwaltungs- und Kulturzentrum; darunter prägen Bergbau und der Weg zum Meer die Landschaft.
Albona erinnert an die Antike. Zum mittelalterlichen Gassennetz auf älteren Grundlagen kamen Renaissance- und Barockhäuser, Kirchen und Paläste. Unter Venedig schützten Mauern den Hügel; Adel und Stadt prägten die Fassaden. Steinportale zeigen Spuren von Verteidigung, Verwaltung, Wohnen und Gottesdienst: Labin stammt nicht aus nur einer Epoche.
Die Altstadt beginnt am
Marschall-Tito-Platz mit der
Stadtloggia für Bekanntmachungen und Begegnungen, dem
Stadttor des hl. Florus und der runden
Bastion Torjon. Hinter dem Tor weicht der weite Platz engen Gassen, Bögen, Treppen und kleinen Plätzen. Nahebei erinnert der
Stadtpalast des Podestà an ein älteres Machtzentrum innerhalb der Mauern.
Oben verbindet die
Straße des 1. Mai wichtige Bauten. Die
Pfarrkirche Mariä Geburt hat mittelalterliche Wurzeln und jüngere Ausstattung. Der
Palast Battiala-Lazzarini beherbergt das Nationalmuseum: Barockfassade und Bergbauausstellung erzählen verschiedene Stadtgeschichten. Gegenüber nutzt die Stadtgalerie historische Räume für Gegenwartskunst.
Ein Weg durch die
Giuseppina-Martinuzzi-Straße führt an Adelshäusern vorbei. Im
Palast Franković-Vlačić erinnert eine Sammlung an Matthias Flacius Illyricus, einen Labiner Reformator und Gelehrten des 16. Jahrhunderts. Das
Kleine alte Theater entstand aus einem städtischen Getreidespeicher: Aus Versorgung wurde Kultur. Auch Ateliers und Galerien prägen Labin.
Der Bergbau prägte das Labiner Gebiet: Kohlegruben formten Arbeit, Siedlungen und Wirtschaft; der Streik von 1921 ist mit der Republik Labin verbunden. Im Museum des Palastes Battiala-Lazzarini ist ein Stollen nachgebaut. Mit Bergbau und Stadtleben wuchs Podlabin, die Altstadt bewahrte ihren vorindustriellen Maßstab. Im nahen Dubrova entstand auf einem früheren Landsitz der Familie Franković ein Skulpturenpark, verbunden mit dem Mediterranen Bildhauersymposium. Auch die Umgebung hat eine künstlerische Seite.
Zum Abschluss am hohen Altstadtrand reicht beim
Glockenturm des hl. Justus und
Aussichtspunkt Fortica der Blick über Dächer, Podlabin, bewaldete Hänge und das Meer bei Rabac. Hier zeigt sich, wie dicht die Altstadt auf der Kuppe gebaut und mit der weiten Landschaft darunter verbunden ist.